Loslassen, liegen lassen, leben
Am Morgen lag noch etwas Nebel über den Häusern.
Nicht viel, nur diese feine helle Schleierhaut, durch die die Welt ein wenig weiter weg erschien.
Die Bäume waren still.
Die Vögel begannen zu singen.
Eine Tasse stand auf dem Tisch und wurde langsam kalt.
Sie stand am Fenster und träumte hinaus.
Und plötzlich waren ihre Gedanken wach.
All die lauten und leisen Stimmen.
Du solltest, du müsstest.
Man könnte doch.
Denk daran.
Sei vernünftig.
Mach es ordentlich. Mach es richtig.
Sei stark.
Sei freundlich, sei erfolgreich.
Und irgendwo dazwischen sagte ihre eigene Stimme:
Du musst funktionieren.
Wie selbsverständlich man sich selbst zu einer Aufgabe machen kann.
Wie man morgends schon wissen kann, was alles zu erledigen ist, noch bevor man überhaupt weiß, wie man sich fühlt.
Wie man ein Leben führen kann, das sich manchmal so anfühlt, als fehle man darin.
Sie sah hinaus.
Der Nebel begann sich zu heben.
Und plötzlich hörte sie in sich ein Nein.
Warm und voller Neugier.
Nein, ich muss heute nicht so sein, wie man es von mir erwartet.
Nein, ich muss heute nicht alles schaffen.
Nein, ich muss nicht aus jedem Tag etwas machen.
Nein, ich muss nicht einmal wissen, was als nächstes kommt.
Etwas darf liegen bleiben.
Die Wäsche.
Die Antwort.
Der Plan.
Vielleicht darf sogar ein Traum eine Weile herumliegen, ohne dass man ihn sofort verwirklichen muss.
Und vielleicht darf man selbst auch einmal herumliegen.
Im Gras.
Auf dem Sofa.
In einem fremden Café.
Mit einem Buch, dass man nicht zuende liest.
Mit Musik, zu der man tanzt.
Ein Lächeln auf ihrem Gesicht.
Wann hatte sie eigentlich beschlossen, dass alles einen Sinn haben müsse?
Dass freie Zeit gefüllt werden müsse?
Dass man etwas aus sich machen müsse?
Vielleicht war das Leben gar nicht dazu da, ständig verbessert zu werden?
Vielleicht wollte es einfach nur gelebt werden.
Sie nahm die Tasse.
Der Kaffee war inziwchen kalt. Sie trank ihn trotzdem.
Draußen erhob sich die Sonne zart durch den Nebel.
Und auf einmal öffnete sich etwas in ihr.
Für etwas Ungeplantes.
Für einen Umweg.
Für ein Kleid, das man sonst nie tragen würde.
Für eine Reise, die noch keinen vernünftigen Grund hatte.
Für ein Lied, das man viel zu laut aufdreht.
Für jemanden den man gerne wiedersehen möchte.
Für ein Ja.
Für ein Nein.
Für einen Nachmittag, an dem nichts entsteht.
Für den Mut etwas zu beginnen, obwohl man nicht weiß, ob man gut darin ist.
Und für die schöne Frage:
Wie würde ich eigenltich leben, wenn mir niemand zusähe?
Vielleicht war das die eigentliche Freiheit.
Nicht jemand anderes zu werden, sondern aufzuhören, sich srtändig von sich selbst wegzubewegen.
Sich wieder näher zu kommen.
Dem Menschen, der man war, bevor man so viele Vorstellungen darüber hatte, wie man sein sollte.
Und vielleicht ist dort etwas verborgen.
Nicht die perfekte Version von uns, sondern die lebendige.
Die, die lachen möchte.
Die, die manchmal traurig ist.
Die, die sich verliebt.
Die, die etwas wagt.
Die, die nicht immer vernünftig ist.
Die, die morgends einfach hinaus gehen möchte, ohne zu wissen wohin.
Draußen war der Nebel verschwunden.
Die Sonne stand zwischen vereinzelten Wolken am blauen Himmel.
Sie öffnete die Fenster.
Atmete die kühle Luft ein.
Sie zog ihre Schuhe an
Oder auch nicht.
Sie wusste es noch nicht.
Draussen wartete das Licht.
Die Luft.
Musik.
Vielleicht geht sie eine Blume pflücken.
Vielleicht malt sie ein Bild.
Vielleicht macht sie nichts.
Vielleicht berührt sie jemanden.
Sie ging einfach los.
Loslassen,
liegen lassen.
leben.
Buchgeflüster
Vielleicht wartet das Leben schon
Ein Buch über den Mut, dem eigenen Leben entgegenzugehen
Das blaue Schloss
Lucy Maud Montgomery
Manchmal lebt ein Mensch lange in einem Leben, das irgendwie passt, und doch nicht wirklich seines ist.
Valancy Stirling kennt dieses Gefühl.
Sie ist daran gewöhnt, sich anzupassen, Erwartungen zu erfüllen und ihre Wünsche lieber für sich zu behalten.
In ihrem Inneren aber gibt es einen Ort, den niemand ihr nehmen kann:
ihr „Blaues Schloss“ - eine Welt voller Schönheit, Freiheit und Möglichkeiten.
Dann geschieht etwas, das alles verändert.
Valancy beginnt, ihr Leben mit anderen Augen zu sehen.
Sie wagt sich hinaus aus dem, was für sie vorgesehen war.
Sie entdeckt die Natur, die Liebe, Freundschaft und vor allem etwas, das vielleicht noch kostbarer ist: sich selbst.
Lucy Maud Montgomery erzählt diese Verwandlung mit Wärme, feinem Humor und einer großen Liebe zum Leben.
Und vielleicht ist genau das das Schöne an diesem alten Roman:
Er erzählt nicht davon, dass plötzlich alles perfekt wird.
Er erzählt davon, dass man anfangen kann, wirklich zu leben.
Dass ein Leben, das lange klein erschien, plötzlich weit werden kann.
Dass hinter einer Tür, die man sich selbst nie zu öffnen getraut hat, vielleicht ein ganz anderer Himmel liegt.
"Wir wissen nicht, wohin wir gehen, aber ist es nicht schön, einfach loszugehen?“
Vielleicht muss man tatsächlich nicht immer wissen, wohin.
Vielleicht genügt manchmal der erste Schritt.
Ein wenig Neugier.
Ein wenig Mut.
Und dieses leise Gefühl, dass irgendwo da draußen etwas auf uns wartet.
Nicht unbedingt ein großes Glück.
Vielleicht nur ein Morgen, der anders aussieht als gestern.
Ein Mensch, bei dem man lachen kann.
Ein Weg durch den Wald.
Ein Lied.
Ein Fenster, das man endlich öffnet.
Oder das eigene Leben.
Das blaue Schloss
Ich mag den Gedanken, dass Valancy ihr Schloss zunächst nur in ihrer Vorstellung besitzt.
Denn vielleicht tragen wir alle solche Orte in uns.
Bilder von einem Leben, das leichter wäre. Freier. Bunter. Wahrhaftiger.
Manchmal bleiben sie lange dort , wie ein fernes Land hinter den Wolken.
Und manchmal geschieht etwas besonderes:
Wir beginnen, auf dieses Land zuzugehen.
Vielleicht ist das Leben manchmal nicht dazu da, den Traum aufzugeben.
Sondern ihn endlich zu verlassen,
und ihm entgegenzugehen.
Vielleicht wartet das Leben schon.
Ich habe mein ganzes Leben lang den Schein gewahrt.
Jetzt will ich mich dem wirklichen Leben zuwenden.
Vielleicht ist es Zeit, die Tür zu öffnen....
Möchten Sie sich für einen Augenblick in Ihr eigenes Schloss träumen?
Dorthin, wo die Welt stiller wird, der Himmel weiter und vielleicht wieder
ein wenig Platz für das entsteht, was in Ihnen leuchtet.
Oder möchten Sie Ihrem Traum ein Stück entgegengehen?
Meine Traumreisen laden Sie ein, für eine Weile auszusteigen -
aus dem Müssen, dem Denken, dem Alltag.
Schließen Sie die Augen.
Und lassen Sie sich tragen.
Vielleicht wartet hinter den Wolken schon etwas Schönes auf Sie.
Vielleicht muss man nicht alles alleine tragen.
Manchmal tut es gut, wenn jemand da ist, der zuhört.
Ohne Eile, fertigen Antworten,
ohne dass aus allem gleich ein Plan werden muss.
Ein Mensch, mit dem Gedanken sich entfalten dürfen.
Mit dem man anschauen kann, was gerade ist
und vielleicht auch, wohin das eigene Herz wieder möchte.
Denn manchmal liegt das, wonach wir suchen, nicht weit entfernt.
Vielleicht ist es schon da.
Unter all den Gedanken, Erwartungen und dem, was lange war.
Ein Gespräch kann ein Anfang sein.
Ein kleiner Raum für Sie.
Für das, was Sie bewegt.
Für das, was werden möchte.
Und vielleicht für ein Leben, das wieder ein wenig mehr nach Ihnen klingt.