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Freiheit

Die Freiheit, die in uns wohnt

 

So wie der Wind in den Bäumen weht,

über Felder und Wiesen,

wie sich Wolken über den Himmel treiben lassen,

über Seen und Berge,

wie das Licht der Sonne auf die Erde fällt,

über Wälder und Täler.

Frei.

Wenn ich im Gras zwischen Blumen liege und in das unendliche Blau blicke,

die Grillen höre,

die Vögel fliegen sehe

zeitvergessen.

Frei.

 

Sie liebte den Wind.

Es gab Tage, an denen sie hinausging, nur um ihn zu spüren.

Sie lief über Wiesen, ließ sich von schmalen Wegen durch Wälder führen und legte sich manchmal ins Gras,

zwischen Blumen, die sich im Sommerlicht bewegten.

Über ihr lag der Himmel, weit und blau. Wolken zogen dahin und Vögel flogen, wohin ihre Flügel sie trugen.

In solchen Augenblicken wurde etwas in ihr still.

Sie musste nichts erklären, nichts erreichen und niemandem gefallen.

Sie war einfach da. Und dieses Dasein fühlte sich an wie Freiheit.

Doch wenn sie später nach Hause kam, begann sie manchmal darüber nachzudenken, was Freiheit eigentlich bedeutete.

Für manche war sie die Möglichkeit, jederzeit die Koffer zu packen und in die Ferne zu reisen.

Andere wollten über ihre Zeit bestimmen, ihre Arbeit selbst wählen oder ihr Leben nach eigenen Vorstellungen gestalten.

Manche suchten Unabhängigkeit, andere fanden ihre Freiheit gerade in einer tiefen Bindung.

Es gab Menschen, die aufblühten, wenn sie ihre Gedanken aussprechen konnten,

und solche, die erst in der Stille zu sich fanden.

Freiheit war etwas sehr Persönliches. Sie konnte sich für jeden Menschen anders anfühlen.

Und doch musste es etwas geben, das all diese unterschiedlichen Vorstellungen miteinander verband.

Eines Abends saß sie an ihrem Schreibtisch und versuchte, einen Gedanken aufzuschreiben,

der sie schon lange begleitete. Sie wollte über etwas schreiben, das ihr wichtig war.

Über etwas, das in ihr brannte und hinaus in die Welt wollte.

Doch sie kam nicht voran.

Es war, als wären ihre Worte und Gedanken in ihr selbst gefangen, als hätte sie ein Gefühl, dessen Ausdruck in ihr stecken blieb.

 

Kaum hatte sie einen Satz geschrieben, begann sie ihn zu prüfen.

Wie würde man sie verstehen? Was würde man ihr unterstellen?

Und war es wirklich nötig, gerade diesen Gedanken mit anderen zu teilen?

Sie las den Satz noch einmal. Strich ein Wort, milderte eine Formulierung ab und nahm schließlich den ganzen Absatz zurück.

Was blieb, war eine wohlüberlegte, unangreifbare Leere.

Vernünftig, freundlich und weit entfernt von dem, was sie eigentlich hatte sagen wollen.

Was hatte sie eigentlich sagen wollen?

 

Sie betrachtete das Blatt und musste lachen.

Sie hatte ihren Gedanken so lange besänftigt, bis er niemanden mehr verletzen, niemanden beunruhigen und

vermutlich auch niemanden mehr berühren konnte.

Wie oft verändern wir unsere Worte, bevor wir sie ausgesprochen haben.

Machen unsere Wünsche kleiner, damit sie in das Leben anderer passen. Verbergen eine Begabung,

weil wir uns nicht anmaßen wollen, etwas Besonderes zu sein,

lassen eine Idee fallen, weil sie vielleicht niemand verstehen würde?

Natürlich konnten wir nicht immer alles sagen, was uns durch den Kopf ging. Rücksicht war wichtig.

Andere Menschen verdienten Respekt, und niemand hatte das Recht, seine eigene Freiheit

auf Kosten der Freiheit eines anderen auszuleben.

Aber war es wirklich Rücksicht, wenn wir uns selbst dabei zum Verschwinden brachten?

Es musste doch möglich sein, zu sich zu stehen, ohne andere herabzusetzen.

Verschiedenheit auszuhalten, ohne sie sogleich als Widerspruch oder gar als Angriff zu empfinden.

Manchmal, dachte sie, nahmen wir uns die Freiheit selbst.

Wir gaben sie aus der Hand, für ein wenig Sicherheit, für Anerkennung, für die Gewissheit,

dazuzugehören und keinen Streit hervorzurufen.

Für jedes Schweigen gab es einen Grund. Für jedes Zurückweichen eine Erklärung.

Und irgendwann konnten wir uns so überzeugend erklären, warum wir etwas nicht taten,

dass wir beinahe vergaßen, es jemals gewollt zu haben.

Sie kannte das auch von sich.

Sie war nicht frei von Angst. Aber begann Mut nicht gerade dort, wo die Angst noch da war?

Und erwuchs aus diesem Mut nicht jene Freiheit, die wir uns selbst erst zugestehen mussten?

Sie stand auf und ging zum Fenster. Draußen bewegten sich die Zweige im Wind.

Ein Vogel saß auf dem Dach gegenüber, sträubte sein Gefieder und flog plötzlich davon.

Sie sah ihm nach, bis er zwischen den Häusern verschwunden war.

Sie setzte sich wieder an den Schreibtisch.

Der Satz, den sie vorher gelöscht hatte, fiel ihr wieder ein.

Sie konnte nicht wissen, ob ihn jemand verstehen würde.

Was sie aber verhindern konnte, war, sich selbst zum Schweigen zu bringen.

Sie nahm den Stift und begann von vorn.

Während sie schrieb, dachte sie daran, wie viel in einem Menschen verborgen lag:

unausgesprochene Gedanken, ungesehene Bilder, Melodien, Geschichten, Erfindungen und Möglichkeiten,

die vielleicht ein ganzes Leben lang darauf warteten, Gestalt anzunehmen.

Was wäre aus der Welt geworden, wenn Menschen all das in sich behalten hätten?

Wenn niemand gewagt hätte, anders zu denken, etwas Neues zu versuchen oder eine Vorstellung in die Wirklichkeit zu holen,

die zuvor nur in seinem Inneren existiert hatte?

Sie dachte an die Malerin, die ein Bild erschuf, das es zuvor nicht gegeben hatte.

An den Musiker, der eine Melodie fand, die einem anderen Menschen das Herz öffnete.

An den Menschen, der ein Wort aussprach, das jemand brauchte, ohne es selbst zu wissen.

Und an die vielen unscheinbaren Schöpfungen des Alltags, die aus einem freien Gedanken,

einem mutigen Gefühl oder einem kleinen Entschluss hervorgingen.

Vielleicht war Freiheit nicht nur der Raum, in dem wir uns bewegen konnten,

sondern auch war die Voraussetzung dafür, dass etwas Neues entstehen konnte.

Denn jeder Mensch trug etwas in sich, das nur durch ihn Gestalt annehmen konnte.

Eine eigene Sicht auf die Welt, eine besondere Begabung, eine Art zu fühlen und zu denken.

Was daraus werden konnte, ließ sich nicht vorhersehen. Aber es musste die Möglichkeit geben, es zu entdecken.

In ihr glühte etwas.

Sie wollte sich selbst Freiheit geben. Nicht allein die Freiheit im Äußeren, sondern die, ihrer Seele.

Sich selbst wollte sie Flügel geben, dem was sie liebte, was ihr Freude machte, was ihr das Gefühl gab,

das bin ich, das möchte aus mir heraus.

Sie wollte ihre eigene Stimme nicht im Klang der Zeit versinken lassen,

ihre innere Glut nicht unter Gewohnheiten, Erwartungen und dem Bedürfnis, anderen zu gefallen, ersticken.

Sie wollte lebendig sein. Sich in die Welt bringen.

Dabei dachte sie an die vielen Stimmen, die täglich auf die Menschen einredeten,

an die Meinungen, die sich zu Gewissheiten verdichteten, und an das Bedürfnis, dazuzugehören,

auf der richtigen Seite zu stehen und nichts Falsches zu sagen.

Doch was war die richtige Seite?

Was war falsch?

Und wer gab es vor?

War ein Mensch nicht immer mehr als seine Meinung, seine Interessen oder seine Ängste?

Bestand er nicht aus unzähligen Facetten, Widersprüchen und Möglichkeiten?

Warum also sollte Verschiedenheit zur Bedrohung werden?

War sie nicht vielmehr das, was die Welt vor Gleichförmigkeit bewahrte?

Sie wollte sich ihr eigenes Denken bewahren. Aus Achtung vor dem, was einen Menschen zu einem selbstständigen Wesen machte.

Sie wollte fragen, zweifeln, prüfen, verwerfen und neu beginnen dürfen.

Sich keiner Überzeugung anschließen, nur weil sie von vielen geteilt wurde.

Und sich ebenso wenig von einer Meinung bestimmen lassen, nur weil sie ihr widersprach.

Der eigene Verstand war ein Ort der Freiheit. Ein Ort, an dem nicht jede Antwort schon feststehen musste.

Es ging ihr nicht darum, recht zu behalten. Sie wollte anderen Menschen begegnen, ohne sie auf ihre Ansichten festzulegen.

Sie wollte ihnen wirklich begegnen, neugierig auf das, was sie ausmachte, auch dort, wo sie anders dachten als sie selbst.

Und sie wünschte sich, dass andere ihr dieselbe Freiheit ließen.

Denn was bedeutete es, jemanden zu lieben, wenn man ihm nicht zugestand, anders zu denken?

Und was bedeutete es, für die eigene Freiheit einzustehen, wenn man sie anderen nicht gab?

Freiheit musste weit genug sein für Verschiedenheit. Sie durfte nicht dort enden,

wo ein anderer Mensch eine andere Vorstellung vom Leben hatte.

Das, was die verschiedenen Formen der Freiheit miteinander verband, war vielleicht gerade dies:

der Respekt vor der Freiheit des anderen.

Auf ihrem Schreibtisch lag das Blatt mit ihrem Text, den sie geschrieben hatte.

Er war nicht vollkommen, doch sie glättete ihn nicht. Sie ließ die Worte stehen, auch wenn sie nicht jedem gefallen würden.

Sie fragte sich nicht, wem ihr Licht gefallen könnte.

Sie ging zum offenen Fenster und spürte den Wind.

Sie wollte wach bleiben für das, was in ihr lebte, und für alles, was sie noch entdecken konnte.

Freiheit bedeutete nicht nur, sich von etwas zu lösen. Sie bedeutete auch, etwas Eigenes in die Welt zu bringen.

Sie kehrte an ihren Schreibtisch zurück. Das Blatt war noch immer unvollendet.

Sie nahm den Stift und schrieb:

 

Freiheit ist Schöpfung.

 

 

 

 

Buchgeflüster

 

 

Wo finden wir wahre Freiheit?

Wie fühlt sie sich eigentlich an?

 

Die Weite der offenen See

Wo die Zeit verblasst und die Freiheit beginnt

Benjamin Myers’ Roman „Offene See“ ist eine poetische und zarte Liebeserklärung an das Leben,

die Natur und die befreiende Kraft der Poesie.

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg flieht der 16-jährige Robert aus der engen, grauen Tristesse

des nordengländischen Bergbaus an die Küste.

Dort begegnet er der exzentrischen, belesenen Dulcie, die seinen Geist weitet und ihm zeigt, was es wirklich heißt, frei zu sein.

Dulcie ist eine Frau, so wild wie das ungezügelte Gras in ihrem Garten.

Frei von gesellschaftlichen Zwängen, eine sanfte Rebellin des Geistes.

Bei Brennnesseltee, gutem Wein und den Rhythmen vergessener Verse,

öffnet sich für Robert das Tor zu einer weiten, ungebundenen Welt.

Es ist eine Geschichte über das Erwachen der Sinne, getragen von einer Sprache,

die nach Gischt schmeckt und im Herzen leuchtet.

Ein Sommer wie Salz auf der Haut.

Das Buch zeigt uns die Freiheit auf so vielen Ebenen:

Die geistige Unabhängigkeit von Dulcie, die fernab von starren Dogmen und Konventionen lebt,

lehrt Robert das eigenständige Denken.

Er sprengt die Ketten seiner vorbestimmten Biografie und wählt den Weg der eigenen Sehnsucht.

Literatur, Lyrik und die wilde Natur werden hier zu Schlüsseln, die den inneren Seelenraum öffnen und von jeglicher Schwere befreien.

 

Ein Atemzug voller Poesie und Natur

Was mich an diesem Buch so tief berührt hat, ist seine Sprache.

Sie besitzt eine poetische Kraft, die den Geist atmen lässt.

Wenn Myers die ungezähmte Natur beschreibt, kehrt eine heilsame Stille in uns ein.

Man spürt das Salz auf der Haut, hört den Wind in den Klippen.

Es ist pure Kunst in Worten, ein Plädoyer dafür, innezuhalten und die Schönheit der Welt ganz wach zu betrachten.

Hier wohnt die Freiheit:

im reinen Sein, im kostbaren Augenblick. Manchmal müssen wir erst losgehen, um diese Stille zu finden.

„Offene See“ ist ein Buch, durch dessen Seiten man fliegt, getragen von Worten, die wie Poesie auf der Zunge liegen.

Myers schenkt uns diese seltene, zeitlose Stille, in der man beim Lesen die Welt um sich herum ganz vergisst.

Umso tiefer trifft einen das Ende. Es bricht mit der gelernten Leichtigkeit und hinterlässt eine Melancholie,

die leise wehtut, und uns schmerzhaft daran erinnert, wie flüchtig wahre Freiheit oft ist.

 

 

Einladung zum Davonfliegen

Möchten Sie noch ein bisschen in diesem Gefühl der Weite verweilen,

tiefer in die Freiheit tauchen und einfach mal loslassen?

Schließen Sie für einen Moment die Augen,

lauschen Sie der Musik, schweben und träumen Sie. Und hören Sie auf die Worte:

Albatros von Karat

 

 

Wenn Sie noch ein bisschen weiter entspannen, tiefer in die Freiheit tauchen und davonfliegen möchten,

lade ich Sie ein, eine meiner geführten Traumreisen anzuhören.

Sie trägt den Titel „Freiheit“ und passt ganz wunderbar zum inneren Glück des Loslassens und des Ganz-sich-selbst-Seins.

 

 

 

Zurück im Hier und Jetzt

Wünschen Sie sich eine inspirierende Begleitung,

um die Mauern gewohnter Begrenzungen im Alltag sanft zu sprengen

und Ihre Gesundheit wieder voller Genuss zu leben?

Ich begleite Sie von Herzen gerne auf Ihrem ganz persönlichen Weg.

 

 

 

 

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